DONNERSTAG, 20. AUGUST 2026 | 18.00 UHR
FROM GRANADA WITH LOVE
LINE-UP
DUO ZHUNKE – Violine & Klavier
Elena Zhunke – Violine
Raissa Zhunke – Klavier
PROGRAMM
Francisco Tárrega (1852–1909)
Recuerdos de la Alhambra
Claude Debussy (1862–1918)
La fille aux cheveux de lin
La soirée dans Grenade
Golliwogg’s Cake-Walk
Manuel de Falla (1876–1946)
Nana
Polo
Danza Española aus La vida breve
Myroslav Skoryk (1938–2020)
Spanish Dance aus The Stone Guest
Isaac Albéniz (1860–1909)
Tango
Rodion Schtschedrin (1932–2025)
A la Albéniz
Joaquín Turina (1882–1949)
Farruca
Saeta
Enrique Granados (1867–1916)
Andaluza aus Danzas Españolas
Pablo de Sarasate (1844–1908)
Romanza Andaluza
Malagueña
Zapateado
Carmen-Fantasie
Gaspar Cassadó (1897–1966)
Dance of the Green Devil (Danza del Diablo Verde)
Maurice Ravel (1875–1937)
Pièce pour violon et piano
Habanera
Pièce en forme de Habanera
Tzigane
Astor Piazzolla (1921–1992)
Milonga del Ángel
Adiós Nonino
PRESSETEXT
Sehnsucht, Kastagnetten, Habaneras, Malagueñas, Zapateados – kaum eine Region Europas hat die musikalische Fantasie so nachhaltig beflügelt wie Andalusien. Im Zentrum steht Granada: ein Ort zwischen Orient und Okzident, zwischen maurischem Erbe, Flamenco-Tradition und europäischer Kunstmusik.
Mit From Granada with Love entfaltet das Duo Zhunke eine weite musikalische Reise durch Spanien und seine künstlerischen Spiegelungen in Frankreich, Osteuropa und Südamerika.
Im Zentrum steht dabei nicht nur geografische Bewegung, sondern ein historischer Moment: Paris um 1900 – ein kultureller Schmelzpunkt, in dem Spanien zur Projektionsfläche europäischer Moderne wurde. Komponisten wie Debussy und Ravel begegneten dem Spanischen nicht nur als exotischem Klangideal, sondern als Inspirationsquelle für eine neue, farblich differenzierte Musiksprache.
Claude Debussy lässt in Werken wie La soirée dans Grenade ein imaginäres Spanien entstehen – kein folkloristisches Zitat, sondern eine poetische Projektion von Licht, Raum und Atmosphäre. Maurice Ravel, der in engem künstlerischem Austausch mit Manuel de Falla stand, entwickelte daraus eine hochartifizielle und zugleich sinnliche Klangsprache. De Falla wiederum brachte die authentischen Traditionen Spaniens in diesen Pariser Diskurs ein.
So entsteht um 1900 ein einzigartiges Spannungsfeld zwischen Volksmusik, Tanz, Erinnerung und moderner Komposition. Ausgehend von Tárregas Recuerdos de la Alhambra entfaltet sich diese Bewegung weiter: von Debussys und Ravels Klangpoesie über Falla, Albéniz, Granados und Turina bis hin zu einer vielschichtigen spanischen Moderne.
Virtuose Werke von Sarasate zeigen die brillante Salontradition Spaniens, während Schtschedrin und Skoryk den Blick nach Osteuropa öffnen. Cassadó bringt rhythmische Urkraft und tänzerische Energie in den Abend.
Den weiten Bogen nach Südamerika schlagen Astor Piazzollas Tangos – dort, wo sich die spanische Klangwelt in neuer Form fortsetzt und verwandelt.
Das Duo Zhunke besteht aus den Schwestern Elena Zhunke und Raissa Zhunke. Die beiden aus der Ukraine stammenden Musikerinnen wurden in Lublin, Lübeck, Zürich und Basel ausgebildet und konzertieren heute international in Europa, Südamerika und Japan.
Mit technischer Virtuosität, klanglicher Raffinesse und grossem erzählerischem Gespür entwickeln sie eine gemeinsame musikalische Sprache, die sich zwischen Kammermusik, Virtuosität und Klangdramaturgie bewegt. Ihr Zusammenspiel ist geprägt von Präzision, Intensität und einer aussergewöhnlichen musikalischen Vertrautheit.
From Granada with Love ist eine musikalische Reise durch Erinnerung, Mythos und Klang – und eine Hommage an die verbindende Kraft der Musik.
Biografien
ELENA NEFF ZHUNKE Die aus der Ukraine stammende Geigerin mit moldawischen Wurzeln Elena Neff Zhunke erhielt ihre Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste. Als Solistin und Kammermusikerin konzertiert sie regelmässig in der Schweiz und im Ausland, unter anderem mit dem Duo Zhunke, dem Quartett Gioconda sowie verschiedenen Projekten der Sinfonietta Sankt Gallen. Seit 2019 ist sie stellvertretende Solo-Zweite-Geigerin im Sinfonieorchester St. Gallen.
Sie ist Preisträgerin zahlreicher Wettbewerbe und wurde unter anderem vom Migros-Kulturprozent sowie von der Duttweiler-, Hug-, Landolt-, Elsy-Meyer-, Marguerite-Meister- und Bruno-Schuler-Stiftung gefördert. Weitere Auszeichnungen erhielt sie vom Rotary Club Lübeck sowie von den Kiwanis Clubs Zürich-Herrliberg und St. Gallen. Konzertauftritte führten sie zu internationalen Festivals; zudem entstanden Radioaufnahmen für SRF 2 Kultur.
Ein besonderes Anliegen ist ihr die Förderung ukrainischer Musik sowie die Unterstützung professioneller Musiker:innen, die seit 2022 aus der Ukraine flüchten mussten. Auf ihre Initiative entstand der Kammermusikverein Sinfonietta Sankt Gallen, der Konzerte organisiert, musikalische Perspektiven schafft und die Integration geflüchteter Künstler:innen unterstützt.
Für ihr Engagement im Bereich der Neuen Musik wurde Elena Neff Zhunke 2019 für den Kulturförderpreis der Internationalen Bodensee-Konferenz nominiert. Gemeinsam mit ihrem Mann, dem Trompeter Michael Neff, realisierte sie zudem die vielbeachtete Produktion Ballads & More – Live in der Tonhalle, eine Zusammenarbeit zwischen Theater St. Gallen und SRF 2 Kultur, die Jazz und Klassik miteinander verbindet.
Im Sommer 2024 interpretierte sie als Solistin Frank Martins Polyptyque – Six Images de la Passion du Christ in Zürich, Basel, Bern und Genf mit dem SoUkraine Orchestra, einem Ensemble mit zahlreichen ukrainischen Musiker:innen. Die Konzertaufnahme ist über die Kanäle der Sinfonietta Sankt Gallen zugänglich.
Mit der Sinfonietta Sankt Gallen ist Elena Neff Zhunke zudem Initiatorin und künstlerische Triebkraft des Festivals Waaghaus wagt – Festival der Künste. Das interdisziplinäre Festival verbindet Musik, Theater, Tanz, Videokunst, Installationen und Familienformate und belebt das historische Waaghaus als offenen Ort der Begegnung und kulturellen Vielfalt.
Mehr Informationen:
- Instagram & Facebook: @sinfoniettasg
- waaghaus-wagt.ch
RAISSA ZHUNKE Die ukrainisch-schweizerische Pianistin Raissa Zhunke ist eine vielseitige Musikerin und engagierte Pädagogin. Ihre musikalische Laufbahn begann in ihrer Heimatstadt Kovel in der Ukraine. Bereits im Alter von neun Jahren debütierte sie als Solistin mit Orchester, gewann mehrere nationale Wettbewerbe und konzertierte in verschiedenen Städten der Ukraine und Polens.
Ein Stipendium führte sie an das K. Lipiński Musikgymnasium in Polen. Anschliessend studierte sie an der Musikhochschule Lübeck bei Prof. Jacques Ammon sowie an der Zürcher Hochschule der Künste bei Prof. Homero Francesch und Eckart Heiligers, wo sie ihre Masterabschlüsse in Performance und Musikpädagogik mit Auszeichnung erwarb. Ergänzend studierte sie Jazzgesang und freie Improvisation an der Musikakademie Basel.
Als Solistin und Kammermusikerin wurde Raissa Zhunke mit zahlreichen Preisen und Stipendien ausgezeichnet, darunter der Landolt-Preis, der Duttweiler-Hug-Musikpreis sowie Wettbewerbserfolge in Polen und Deutschland. Sie wurde unter anderem von der Margarete-Meister-Stiftung, der Oscar-und-Vera-Ritter-Stiftung sowie von Yehudi Menuhin Live Music Now gefördert.
Konzertengagements führten sie zu Festivals und Konzertreihen in Europa, Japan und Südamerika. Dabei arbeitete sie mit renommierten Musiker:innen zusammen und besuchte Meisterkurse bei bedeutenden Künstlerpersönlichkeiten wie Lazar Berman, Dina Joffe, Anatol Ugorski und Vladimir Krainev.
Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit unterrichtet Raissa Zhunke mit grosser Leidenschaft am Musikschule Konservatorium Zürich. Ihr Spiel zeichnet sich durch klangliche Tiefe, stilistische Vielseitigkeit und eine besondere Sensibilität für musikalische Erzählungen aus. Im Zusammenspiel mit ihrer Schwester Elena Zhunke bildet sie seit vielen Jahren ein eingespieltes Duo, das durch Präzision, Ausdruckskraft und musikalische Neugier überzeugt.